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Der vorliegende Blog VERERBTES TRAUMA soll ein Erfahrungsaustausch Betroffener sein. In Amerika existieren bereits solche Hilfestellungen im Internet – bisher aber nicht in Deutschland! Eine Innovation!

Warum erlebe ich Narzissmus, Scheidung, Mobbing, Krankheit, Sucht, Depression, Demenz, Schizophrenie, Magersucht, etc. als Betroffener oder in der Familie ? Liegt ein nachhaltiges Trauma aus den Kriegsgenerationen meiner Familie vor? Kann ich solche Prozesse abwenden oder kommen sie automatisch unaufhaltsam in mein Leben? Ist die Generation meiner Kinder mitbetroffen? Kann ein Trauma durch Offenlegung von Familiengeheimnissen geheilt werden?

Dieser Blog soll ein innovatives Netzwerk Interessierter und Betroffener bilden. Aktuelle Studien, Medienartikel und wissenschaftliche Forschungsergebnisse werden gepostet. Ziel ist die GANZHEITLICHE BETRACHTUNG VON MENSCHEN nicht nur aus Sicht der Schulmedizin und Schulpsychologie. Prozesse der Ursprungsfamilie sollen transparent gemacht werden. Der Blogger erhofft sich einen Chat zu privaten und beruflichen Lebensthemen.

18 Thoughts.

  1. Hallo Blogger,

    obwohl Dein Blog sehr, sehr gut geschrieben ist, vieles zum Thema Trauma beinhaltet, gibt es hier keinen regen Austausch.
    Oft habe ich die Themen gelesen und haette gerne Kommentare dazu gelesen. Haette gerne andere Menschen gelesen.
    So eine wichtige Plattform zum Austauschen und kaum Jemand nimmt sie in Anspruch, warum? Ist es den Meisten zu heiss? Tabus, die sie nicht aufbrechen wollen?
    Ich habe selbst einen Kommentar hinterlassen, doch keine Antwort darauf bekommen. Ich fuehle mich somit wieder wie als Kind. Ich fuehle und bekomme keine Antwort und bleibe leer und mit vielen Fragen zurueck.
    Daher meine Bitte an Dich: kennst Du Gruppen oder Betroffene im Raum Stuttgart mit denen ich mich austauschen koennte? gibt es andere Plattformen? Wie schaffst Du es, Dich auszutauschen? Hast Du Menschen um Dich herum, denen Du Dich anvertrauen kannst?
    Koennten wir sogar einen Austausch beginnen oder bist Du da schon selber sehr involviert, so dass kein Platz mehr ist?
    Ich wuerde mich sehr ueber eine Antwort freuen.
    Unbekannte Gruesse
    Meike

    • Hallo, gerne beantworte ich alle Fragen und danke für die interessanten Anmerkungen im Blog. Dieser ist ein Gemeinschaftswerk eines deutschen Frauennetzwerkes aus Medizinerinnen, Psychologinnen, Ahnenforscherinnen, Gesundheitsverantwortliche in Betrieben und betroffenen Frauen. Es gibt private Zusammentreffen und Diskussionen, aber keine offiziellen Therapiegruppen. Der Blog ist sehr erfolgreich und hat messbar ca. 30 Besucher bzw. Leser pro Tag, obwohl er erst seit September gestartet wurde. Er hat ein Alleinstellungsmerkmal, da er vererbtes Trauma umfassender sieht, als bisher in Medien oder im Internet publiziert. Der Zusammenhang mit vielen Krankheiten ist innovativ. Das Ziel ist es wie vermutet, Tabuthemen anzusprechen und zum Jahrestag des Ende des 2. Weltkrieges 2015 auf dieses gesellschaftliche Thema aufmerksam zu machen. Jeder, der mag, kann einen Kommentar hinterlassen. Nicht alle Kommentare sind freigegeben, da viele Leser Anonymität wünschen. Gerne steht dieser Blog zum Austausch zur Verfügung. Sissi

      • Liebes Blogger Team,
        Nun wie soll ich anfangen? Ich bin 54 Jahre alt, Mutter von 2 tollen Jungs. Arbeite engagiert ganztags und lebe ein fast ganz normales Leben. Bis auf meine Gabe, zu sehen und zu hören. Klingt im ersten step ganz normal. Aber es ist anders! Mit meinen inneren Augen und Ohren. So sehe ich, wenn ich Menschen meine Haende auflege, Bilder von Flucht..Blicke auf eine brennende Stadt(die junge Frau war an Krebs erkrankt). Ich selbst sah vor mir immer eine junge verzweifelte Frau mit einem kleinen Kind an der Hand, die fluechten wollte. Nach meinen Recherchen in meiner Familie war mein Opa Lokomotivführer bei der deutschen Reichsbahn im damaligen Weissrussland. Er transportierte Gefangene und hat viel schreckliches heimlich fotografiert. Meine Tante hat mir alle schlimmen Erinnerungen meines Opas auf mein Drängen erzählt. Die Fotos musste er nach dem Krieg abgeben. Er hatte Angst und war wie viele andere zum Mit-Täter geworden. Ich habe dann angefangen, mit meiner Familie,dann mit Freunden und Bekannten mit meinem Sehen zu arbeiten. Meine Erkenntnis nach jahrelanger Arbeit ist: Alle Erlebnisse (auch Gefühle) vererben sich und sind gerade in unserer Enkel Generation .Ursache für Erkrankungen wie Krebs /Diabetes/Sucht /Depression aber auch Misserfolge und Versagen. Das ist die schlimme Nachricht! Die gute Nachricht ist: Diese ererbten Informationen lassen sich löschen. Meist nach und nach…es funktioniert.Ich bin heute eine glückliche Frau. Ausgesöhnt mit allem was mir mein Leben so schwer gemacht hat und frei von der Last gestalte ich mein Leben. Ich behaupte: Wir können uns von den ererbten Traumata,von Schuld- oder Opfer -Schicksal loesen und heilen.
        Johanna Paul aus Dachau

        • Liebe Frau Paul! Ihr offener, ergreifender und authentischer Kommentar hat uns tief bewegt. Wir danken von Herzen für Ihren wertvollen Beitrag zum vererbten Trauma! Ihr Bloggerteam

        • Ich habe eine Kriegsenkelgruppe an meinem Heimatort ins Leben gerufen. Wie haben teilweise schon begonnen über diese Vererbung nachzudenken. Wie können wir uns dem Ganzen nun nähern, wäre die Frage. Können Sie dazu etwas mehr sagen?

          • Herzlichen Dank für diesen wertvollen Beitrag. Es empfehlen sich regelmäßige Gruppensitzungen der betroffenen Kriegsenkel. Das offene Kommunizieren ist der erste Schritt zur Heilung und Vergebung. Ihr Bloggerteam

          • Liebe Iris,
            toll, ist, das Ihr erkannt habt, dass Ihr mit Euren Themen nicht allein seid. Aus meiner Erfahrung trägt jeder Mensch in sich seine eigenen Themen/ ererbten Traumen. Das Problem ist vielschichtig. Schreibt ein Tagebuch. Immer dann, wenn Ihr Gefühle habt, die ganz stark sind…nicht der Situation angemessen, dann ist es ein Indiz dafür, dass es ein erebtes Gefühl ist.
            Den ersten wichtigen Schritt habt Ihr bereits gemacht : Eure Wahrnehmung zu Euch selbst zu sensibilisieren.
            Beispiel: Mein Sohn, Mitglied im Schwimmverein, schwimmt im See und meint plötzlich: “Mir wird ganz komisch, ich bekomme Angst unterzugehen!” Kein Wunder…sein Großvater väterlicherseits war im 2. Weltkrieg Seemann u.a. auf einem Beiboot der Bismarck und ist 3 x abgeschossen worden…und untergegangen. ich habe ihn da beruhigt und ihm gesagt: “Es sind Opas Gefühle . Bleib ganz ruhig. ” Man weiss schon sehr viel über die Herkunft der Gefühle, hierzu gibt es schöne Filme von BR alpha.
            Übe Dich in der Wahrnehmung von Dir selbst, ich habe mir ein Tagebuch angelegt und meine Gefühle als Beobachterin niedergeschrieben. Zum Glück habe ich noch meine Eltern und meine Tante, die mir viel von der Vergangenheit erzählen.
            Mein Ziel war, mit meinen Gefühlen differenzierter umgehen zu können und sie nicht auf mich und die aktuelle Situation zu beziehen. ZB. in einem Konflikt mit in die Ecke drängen zu lassen, weil ich vermeintlich keine Wahl habe….Mein Elternhaus wurde damals einfach von den Nazis beschlagnahmt um ein Büro einzurichten. Meine Großeltern mußten dann in zwei Zimmern wohnen. Heute bleibe ich in der Ruhe, gehe in die Vogelperspektive und überdenke den Konflikt (meistens! Wenn mein Temperament es erlaubt!:-))

          • Herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Therapeutisch aber besser noch durch eigene Transparenz! Ihr Bloggerteam

  2. Liebes Blogger-Team,

    hier schreibt Euch das Team der Foundation von Christiane F. (christiane-f-foundation.org).
    Wir gratulieren zu diesem gelungenen Blog und möchten auf diesem Wege gerne Kontakt mit Euch herstellen. Da hier keine Direktanschrift möglich ist, bitten wir Euch, auf die Mailadresse, von der diese Nachricht stammt, zu antworten.
    Viel Erfolg mit diesem Blog weiterhin. Wir freuen uns auf Euch!
    CFF

  3. Liebes Blogger-Team!
    Ich freue mich riesig, dass ich auf Eure Seite gestoßen bin, denn ich letzten Herbst angefangen habe, meine sehr komplexe Familiengeschichte aufzudröseln, worunter auch Kriegstraumata fallen, da meine Eltern beide zu der Zeit in Berlin, bzw. Sachsen gelebt haben. Ich suche nun eine Traumatherapeutin, mit der ich noch ein großes Thema meines Vaters ablösen kann. Könnt ihr mir dafür jemanden empfehlen? Ich komme aus dem Raum Heilbronn.
    Liebe Grüße
    Christiane Faber

    • Hallo liebe Christiane, ich habe die Seiten aufmerksam studiert und kann Dich nur ermutigen, Dich Deinen Themen zu nähern. Ich biete dazu biografisches Einzelchoaching mit Trauma-Arbeit an. Wenn Du magst, studiere gerne meine Webseite und wende Dich gerne an mich. Herzlichst Brigitte Hieronimus
      http://www.brigitte-hieronimus.de

  4. Liebes Blogger-Team!
    Ich habe noch eine Anregung: Ich bin mit meiner Familiengeschichte auch im Gespräch mit Familienangehörigen. Und habe Eure Seite auch an diese weitergeschickt. Mein Onkel hat sich einen Teil Eurer Seiten gleich angeschaut und mir geschreiben. Aus seinen Worten entnehme ich, daß er nicht verstanden hat, wie Familienverstrickungen funktionieren, bzw. wie sie weitergegeben werden. Könntet ihr auf Eurer Startseite eventuell dazu ein paar Worte schreiben?
    Liebe Grüße
    Christiane Faber

  5. Liebes Bloggerteam,
    ich bin erst vor kurzer Zeit auf diesen Blog gestoßen und halte ihn für sehr informativ und ansprechend. Mir, als durch mein familiäres Umfeld (alles Verstorbene) selbst mehrfach Betroffene, helfen diese Informationen die durch Hass, emotionale Gewalt, Schuldzuweisungen und Unliebe erfahrenen Verletzungen von den handelnden Personen loszulösen und das Ganze als Teil eines gemeinsamen Schicksals zu verstehen, um letztlich zu einer Versöhnung mit den Beteiligten und zur Heilung zu gelangen. Ich denke, dass die hier dargelegte Thematik von großer Relevanz ist, denn solange die eigenen Traumata nicht verarbeitet und aufgelöst sind, kann man nicht wirklich leben, trägt die kranken Strukturen noch in sich und gibt sie unbewusst weiter. Ich würde mir wünschen, dass es in dem Blog noch mehr Anregungen zur Überwindung der destruktiven Verstrickungen gäbe, denn nur über ein Bewusstwerden und deren Auflösen kann man zu friedlichen Entwicklungen in der Welt beitragen. Mir selbst hilft neben intensiver philosophischer und spiritueller Literatur auch eine Körpertherapie, denn die Trauma-Energien sind im Körper gefangen und das erlebte ‚feindliche‘ Umfeld hat zu einem regelrechten Muskelpanzer geführt. Gleichwohl ist das alles ein schwerer und langwieriger Weg, verbunden mit viel Trauer, durch die man hindurchgehen muss – aber am Ende steht als Vision ein Leben in aufrichtiger Liebe, die wir doch alle so vermisst haben.
    Monika

  6. Ein großes Danke an die Blogger für die wertvollen Informationen. Ich bin Kriegsenkel und habe tatsächlich bis vor Kurzem gar nichts von allem gewusst. Je mehr ich das Thema für mich erschließe (ohne, dass meine Familie, mit der derzeit kein Kontakt besteht, davon weiß) desto mehr unglaubliche negative Handlungen meiner narzisstischen Mutter und meiner beiden narzisstischen Geschwister tragen sich zu. Alsob sie dadurch mehr Antrieb bekommen. Konkret werde ich sogar verklagt. Ich habe auch daran gedacht, an sie zu schreiben. Aufgrund der Rechtsschritte ist das schwierig, aber nicht unmöglich, aber was ein unüberwindbares Hindernis ist, ist der deutliche Narzissmuss (unbändige Wut und null Empathie). Wie geht man richtig vor und wie wehrt man sich, wenn so viel Zerstörungswut im Spiel ist?! Dazu habe ich eigentlich nirgendwo etwas finden können. Ich gebe nicht auf, vielleicht liest das jemand, der dazu etwas beitragen kann? Ich würde mich freuen, Iris

  7. Sehr geehrte Damen und Herren,
    als Coautorin habe ich mit Dr. Eva Umlauf das Buch “Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen” geschrieben, das sich explizit mit der Tradierung von Traumata beschäftigt. (erschienen 2016 bei Hoffmann&Campe) Frau Umlauf hat Auschwitz als Zweijährige überlebt. Sie stellt sich in dem Buch die Frage nach den “Gefühlserbschaften” aus dieser Zeit und berichtet, wie ihre Mutter, sie selbst, aber auch ihre Söhne von dieser Erfahrung geprägt wurden.
    Als Journalistin recherchiere ich gerade zu einer Radio-Sendung über Gefühlserbschaften aus dem Krieg. Auf Ihrer Seite habe ich viele interessante Hinweise zum Thema gelesen. Ich erinnere mich, vor einiger Zeit auch über einen Liedermacher gelesen zu haben, der die Fluchterfahrung seiner Eltern besang. Leider habe ich die Passage nicht wiedergefunden. Wer war das?
    Gibt es die Möglichkeit außerhalb dieses Blogs mit Ihnen in Kontakt zu treten?
    Mit freundlichen Grüßen
    S. Oswalt

  8. Vererbstes Trauma,
    Auch ich möchte als sogenannte Nachkriegsware aus meiner Lebensgeschichte etwas zu diesem Thema beitragen. Meine Mutter geb.1930 war Vertriebene aus dem Sudetenland und Vater aus einem hessischen Dorf wo die Vertriebenen hinkamen. So fanden meine Eltern zueinander. Vater ortsansässig und integriert in örtlichen Vereinen und Mutter Vertriebene. Sicher diese Konstellation gibt es sehr oft, aber bei uns so glaube ich heute, bestimmte Mutter wie das Leben auszusehen hat. Nach dem Einzug ins Elternhaus meines Vaters sorgte Sie dafür, dass alles nach ihrer Vorstellung von Sauberkeit Einzug hielt. So verliefen die ersten Jahre meiner Kindheit, neben meiner unterkühlten Mutter. Vater war sozusagen ein großer Junge von 22 Jahren als Er Papa wurde, von ihm bekam ich all die Liebe und Vertrautheit die mich durch das Leben geleitete. Ich bin nun 67 Jahre alt und habe meine Vergangenheit immer noch nicht richtig aufgearbeitet. Manchmal frustriert es mich total, dass ich aus dieser erlebten Spirale nicht heraus komme. Habe auch Angst, dass ich meine Zerrissenheit unbewusst auf meine Tochter weitergegeben habe, denn mit ihr gibt es so ein Wechselspiel zwischen eng und weit weit weg. Und da ich ja kein Verhaltensvorbild in solch einer Situation hatte, verunsichert mich dies total.
    Ich schreibe schon sehr lange Zeit meine Gedanken auf, es hilft mir, mit mir klarzukommen.
    Meine Mutter ist letztes Jahr verstorben und ich bin immer noch nicht innerlich frei.
    Ein Auszug aus meinen Aufschriften füge ich bei.

    • Das Bloggerteam dankt Ihnen sehr herzlich für Ihren emphatischen Kommentar, der weiteren Lesern helfen wird, ihr vererbtes Trauma mit einer traumatisierten Kriegskindmutter zu überwinden!

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