Vererbte Gewalt

Im Januar 2014 berichten deutsche Medien von der grenzenlosen Jugendgewalt wie mit Fäusten auf Kinder einschlagen oder Knie in Gesichter zu rammen. Wie oft sind Menschen als Opfer von jugendlichen Schlägerbanden gestorben? Kennt die physische Gewaltbereitschaft deutscher Jugendlicher keine Grenzen? Warum erschreckt schockierende Jugendgewalt die deutsche Gesellschaft? Wie kann psychisches Cybermobbing derart hohe Opferzahlen in deutschen Schulen verursachen? Gibt es zu viele brutale Vorbilder im Internet? Schlagen Jugendliche 2014 schneller und härter zu als vor 30 Jahren?

Rund 27000 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren waren in 2012 an Gewaltdelikten beteiligt. Das Gewaltpotenzial junger Deutscher wird in Zukunft weiter zunehmen. Die psychische und physische Gewalt hat komplexe Ursachen. Unsicherheit, Angst und Verzweiflung schürt Aggression in einer Täterrolle. Den Jugendlichen fehlen Handlungsanweisungen und Grenzen durch ihre Eltern. Eine liebevolle und wertschätzende Erziehung durch Vater und Mutter.

Wie gewaltintensiv war Deutschland im 1. und 2. Weltkrieg involviert. Wieviel täterzentrierte Gewalt wurde von einzelnen Familienmitgliedern der 1. und 2. Generation als Soldat, SA bzw. SS Mitglied ausgeführt? Wie konnte sich Gewaltaggression in den Genen vererben, sodass die 3. und 4. Generation in Deutschland immer noch Gewalt ausüben? Der Deckmantel des Schweigens wird über häusliche Gewalt in Familien gebreitet.

Die Jugendgewalt der 4. deutschen Generation erscheint ein Hilferuf der Versäumnisse der Vorgenerationen zu sein.

Was habe ich getan, seelische Züchtigung zu verdienen?

Kann sich ein Kind gegen die seelische Gewalt seiner traumatisierten Eltern und Grosseltern wehren? Wie gesund bleibt ein Kriegsenkel, wenn es jahrzehntelang mit weder greifbarer, noch beweisbarer aber doch verletzender und erniedrigender seelischer Gewalt durch Vater oder Mutter konfrontiert ist? Welche Auswirkungen hat diese Niedertracht enger Familienangehöriger auf die Selbstachtung der hilflosen Opfer?

Die familiären Täter erhöhen mit der Ausübung seelischer Gewalt das eigene Ego, das durch Kriegserlebnisse wie Vergewaltigung, Vertreibung, Bombardierung und Gewalt beschädigt wurde.

Für die Babyboomer der 3. Kriegsgeneration existieren viele zehrende zermürbende Familiensituationen, an denen einige seelisch zerbrochen sind. Die kriegstraumatisierten Eltern und Grosseltern können Familienmitglieder durch fortgesetztes seelisches Quälen in einem Prozess des psychischen Mordes vernichten. Diese Form der indirekten Gewalt resultiert aus dem Schweigen dieser Generationen und der Weigerung, sich therapeutisch begleiten zu lassen. So wurde das jeweilige persönliche Trauma 1:1 vererbt. Die seelische Perversion und Manipulation führt bei den Angehörigen zu Arbeitslosigkeit, Messitum, Depressionen, Magersucht, Burn Out und insbesondere zu Alkoholsucht.

Eine Frau Jahrgang 1938 wurde während der Vertreibung aus dem Sudetenland vergewaltigt. Seit Jahrzehnten fügt sie ihrer Familie seelische Qualen zu. Sie peinigt in narzisstischer Manier und überschüttet mit ihrer Bosheit. Eines ihrer Töchter wird behandelt, indem sie psychisch den Vergewaltigungstäter mit ihr gleichsetzt und sich rächt. Dabei realisiert sie die Techniken der Destabilisierung von Geburt der Tochter an: versteckte wohldosierte Anspielungen, böswillige Andeutungen, Lügen, Demütigungen, Sarkasmus, Spott, Verachtung, Entwertung, Manipulationen. Ergänzend zur seelischen Gewalt erduldet die kindliche und jugendliche Tochter auch physische Gewalt in Form von Schlägen. Dabei leistet sich die Mutter wenig Wutausbrüche. Aber sie reagiert stets kalt und gemein. Die Frau agiert geschickt: sie stellt die Situation auf den Kopf und nimmt den Platz des Opfers ein. Versetzt die anderen Familienmitglieder in die Rolle der Verfolger. Je boshafter sich die Frau aufführt, desto mehr Macht hat sie in ihrer Familie. Alle Anverwandten werden umso liebenswürdiger, je mehr sie sich tobend herausnimmt. Sie grenzt ihre Tochter mit Hass und Taktik aus dem Familienverbund aus. Die Kommunikationsstrukturen ihrer Familie sind durch ihre feindseeligen Machenschaften zerstört bis in die 4. Generation. Sonntags geht sie in die Kirche und benimmt sich unauffällig, um ihre Umgebung nicht gegen sich aufzubringen. Sie führt weiter ihren persönlichen Krieg bis zum Tod. Sie mobbt die eigene Tochter im Rahmen ihrer Traumatisierung. Die Frage der Schuldhaftigkeit stellt sich hier in erheblichem Masse.

Marie-France Hirigoyen hat in ihrem Buch DIE MASKEN DER NIEDERTRACHT- SEELISCHE GEWALT IN FAMILIEN Wege aufgezeigt, als Opfer seelische Gewalt zu erkennen und zu kompensieren.

Hitlers Furien

Deutsche Medien berichten aktuell von Frauen im Dritten Reich, die Gewalt gegen ihre Kinder richteten. Mindestens eine halbe Million deutscher Frauen hat Gewaltaktionen hinsichtlich Leben oder Tod realisiert. Manche waren Aufseherinnen in KZ oder Euthanasie Anstalten. Die Schriftstellerin Lower publiziert ein Buch zur Rolle von Frauen im Massenmord der Nazis. Im Buch erscheint Gewalt eine weibliche Eigenschaft zu sein. Wie  Frauen die Nazi Ideologie verinnerlichten. Tatsache ist, dass die Erziehung der Kinder dazu beitragen sollte, gute Soldaten zum Kampf im 2. Weltkrieg zu erziehen. Gewalt und Erniedrigung waren an der Tagesordnung. Dieser Erziehungsstil hat sich seit Generationen unreflektiert in manchen Familien bis heute weiterentwickelt. Hier dauert bei manchen kriegstraumatisierten Frauen auch im 21. Jahrhundert der Krieg noch an. Boshaft agieren sie gegen engste Familienmitglieder. Dabei ist Gewalt absolut nicht mehr gefragt. Heute wollen nichttraumatisierte Eltern ihren Kindern ein gutes Leben bescheren. Sie lehnen die Fehler ihrer Eltern und Grosseltern in der Erziehung ab. In vielen Gewaltfamilien werden Kinder nachhaltig zu hilflosen Opfern degradiert. Das kann ein Grund sein, dass diese Mobbing in Schule, Beruf und Privatleben erleiden. Erst Transparenz und Erkenntnis zum vererbten Trauma kann oftmals die Opfersituationen und das Mobbing beenden.

Besonders problematisch erscheint die brennende generationenweite Sehnsucht der Tochter nach ihrem Vater. Viele Frauen sind und waren auf der Suche nach ihrem Vater. War er im Krieg gefallen, in Kriegsgefangenschaft gestorben oder in jungen Jahren verunfallt, dann verlief das Leben anders. Die Auswirkung von Vaterlosigkeit bei einem Sohn ist erforscht. Eine vaterlos aufgewachene Tochter allein erzogen durch die Mutter nach dem Krieg erlebt diesen Verlust lebenslang. Die Sehnsucht nach dem guten, dem besonderen Vater heilt keine Wunden.Vaterentbehrung kann die Beziehungen im Liebesbeziehungen im Leben beeinflussen. Und das Erziehungstrauma mit der Kriegsmutter verschlechtern. Das Drama der Vaterentbehrung zieht sich oft in mehrere Generationen.

Mobbing

Nie gab es so viel Mobbing in Schule und Beruf wie heute. Handelt es sich um Opferprozesse, die bereits in den Weltkriegen ihren Ursprung nahmen? Gibt es Familien, die seit Generationen Opfer sind? Erziehen opfertraumatisierte Eltern opfertraumatisierte Kinder? Suchen sich Opfer unbewusst Opfersituationen im Beruf?